4. Wichtige Schritte bei Ihrem Autokauf in den USA

4.1 Kaufpreis und Kaufvertrag

  • Bei Kaufpreisen und Preisverhandlungen in den USA gibt es einiges zu beachten:
    die angebotenen Preise erscheinen oft sehr niedrig. Dies hängt damit zusammen, dass es sich um Nettopreise handelt. Die – von Bundesstaat zu Bundesstaat – variierende Mehrwertsteuer (Sales Tax) kommt noch hinzu. Sie kann zehn Prozent und mehr ausmachen;
  • ausländische Fahrzeug-Käufer können sich die Mehrwehrtsteuer zwar theoretisch vom Fiskus zurückholen, in der Praxis erweist sich das aber häufig als bürokratische Sisyphus-Arbeit. Mit einer Tageszulassung und der Einschaltung eines Zwischenhändlers funktioniert das einfacher. Wir helfen Ihnen dabei gerne und können Ihnen auf Wunsch auch einen passenden Händler vermitteln;
  • oft lassen sich Rabatte aushandeln. Preisnachlässe zwischen fünf und zehn Prozent sind nicht ungewöhnlich und vor allem bei Barzahlung üblich.

Wenn Sie sich mit dem Verkäufer auf einen Preis geeinigt haben, steht als nächstes der Kaufvertrag an. Der Verkäufer bzw. Händler wird Ihnen in der Regel einen Vertragstext per E-Mail oder Fax zusenden. Es gibt keine Formvorschriften, der Vertrag sollte aber mindestens folgende Angaben enthalten:

  • die vollständige und korrekte Benennung der Vertragspartner;
  • die genaue Bezeichnung des Fahrzeugs (Hersteller, Fahrzeugtyp, zwingend: Fahrgestellnummer);
  • das Baujahr;
  • den Kaufpreis;
  • Datum und Unterschrift.

4.2 Vertragsabwicklung und Zahlung

Die Abwicklung des Kaufvertrags besteht in der Lieferung des Fahrzeugs sowie der dazugehörigen Papiere und in der Zahlung des Kaufpreises. Üblicherweise bestehen US-Verkäufer auf Vorkasse. Das heißt, der Kaufpreis ist vor Lieferung des Wagens und Zusendung der Papiere fällig. Wenn Sie den gesamten Betrag vorher überweisen, gehen Sie dabei allerdings ein hohes Risiko ein. Folgendes können Sie tun, um sich zu schützen:

  • Informieren Sie sich im Vorfeld möglichst umfassend über Ihren Vertragspartner. Manchmal hilft auch ein persönliches Telefonat, um sich einen Eindruck über dessen Vertrauenswürdigkeit zu verschaffen. Wenn Sie mit einem Händler in Kontakt stehen, achten Sie darauf, ob es sich um einen „DMV licensed dealer“ handelt. Diese von den US-Verkehrsbehörden zugelassenen Händler müssen bestimmte Kriterien erfüllen. Sie können daher bei deren Seriosität vergleichsweise sicher sein.
  • Wenn möglich, vereinbaren Sie zunächst nur eine Anzahlung und den Rest per Blitzüberweisung nach Lieferung. Viele Verkäufer akzeptieren diese Vorgehensweise.
  • Denkbar ist auch die Abwicklung über ein US-Konto, das Freunde oder Bekannte für Sie einrichten müssten. Das dauert allerdings in der Regel einige Tage. Es sei denn, Sie haben schon ein solches Konto, weil Sie häufiger beim Autokauf in den Vereinigten Staaten aktiv sind.
  • Am sichersten ist zweifelsohne die Barzahlung, wenn Sie direkt vor Ort sind und sich selbst vom Zustand des Fahrzeugs überzeugen.

Wir können Ihnen aber auch noch eine andere sichere Form der Bezahlung bieten, bei der Sie nicht selbst in die USA reisen müssen – unseren Treuhandservice. Dabei erfolgt die Zahlungsabwicklung über ein eigens eingerichtetes Treuhandkonto. Ihre Zahlung bleibt hier zunächst solange auf dem Konto, bis der Wagen an Sie ausgeliefert wurde und Sie eine Prüfung vornehmen konnten. Erst dann erhält der Verkäufer sein Geld. Das Treuhandkonto bietet beiden Seiten Sicherheit bezüglich der Vertragserfüllung und ist insofern eine besonders faire Lösung.

Nach Leistung der Zahlung bzw. Anzahlung sendet Ihnen der Verkäufer üblicherweise die Fahrzeugpapiere zu. Bei Neufahrzeugen ist das das „Certificate of Origin“, bei Gebrauchtwagen der „Title“. Falls das Fahrzeug früher finanziert wurde und in diesem Zusammenhang als Sicherheit diente, ist auf dem Title auch der damalige „lien holder“ – in der Regel die Bank – als Miteigentümer eingetragen. Für einen rechtswirksamen Verkauf ist es erforderlich, dass eine Freigabe des Kreditgebers vorliegt – erkenntlich an der Gegenzeichnung mit Datumsangabe. Achten Sie darauf! Sie müssen die Fahrzeugpapiere nach Erhalt unterschreiben. Erst mit der Unterschrift werden Sie rechtswirksam zum neuen Fahrzeug-Eigentümer.

Der Title bzw. das Certificate of Origin mit Ihrer Unterschrift wird für die US-Verzollung und die Überführung des Fahrzeugs
nach Europa benötigt. Falls Sie uns mit dem Transport beauftragen, kümmern wir uns um die Abwicklung der anfallenden Formalitäten. Wir brauchen dann nur die von Ihnen unterzeichneten Papiere.

4.3 Fahrzeugimport – der Ablauf

In der Regel erfolgen Fahrzeug-Verschiffungen nach Europa von der Ostküste der USA aus. Es gibt dort in den großen Häfen tägliche Verbindungen, was sich zeitsparend auswirkt. Beliebt ist auch der Hafen Halifax in Kanada, da hier die Abwicklung besonders unkompliziert erfolgt. Zielhäfen in Deutschland sind Bremerhaven und Hamburg. Bremerhaven stellt dabei das bevorzugte Ziel dar, weil der Großteil der deutschen Autoexporte und -importe hierüber abgewickelt wird und man entsprechende Erfahrung mit Fahrzeugen besitzt.

Ihr Fahrzeug sollte sich bereits einige Tage vor der Verladung an dem jeweiligen US-Hafen befinden. Das empfiehlt sich im Hinblick auf die noch zu erledigenden Formalitäten. Der US-Zoll verlangt spätestens drei Tage vor der Verschiffung den Title bzw. das Certificate of Origin. Dabei müssen jeweils das Original und zwei beglaubigte Kopien vorliegen. Vor der Verladung wird üblicherweise auch ein Zustandsbericht mit Fotos von dem Fahrzeug erstellt. Die Verschiffung ist als Roll-on-roll-off-Transport oder per Container möglich. Bei Oldtimern und hochwertigen Fahrzeugen empfehlen wir aus Schutzgründen den Container.

Auch bei der Ankunft in Deutschland fallen zunächst einige Formalitäten im Zusammenhang mit Hafenabwicklung, Verzollung und Entrichtung der Einfuhrumsatzsteuer an. Außerdem ist in der Regel eine technische Umrüstung und TÜV-Abnahme als Bedingung für die Zulassung auf deutschen Straßen erforderlich. Sie können das Fahrzeug selbst am Hafen abholen oder es sich zum Bestimmungsort transportieren lassen.

Als erfahrener und langjähriger Spezialist für Fahrzeug-Importe aus den Vereinigten Staaten ermöglichen wir für Sie gerne die gesamte Transportabwicklung. Wir bieten Ihnen in diesem Zusammenhang einen umfassenden Komplett-Service. Wir holen Ihr Auto beim Verkäufer in den USA ab, transportieren es zum Hafen, sorgen für die Verschiffung und liefern es Ihnen nach der Ankunft in Europa dorthin, wo sie es haben wollen. Unsere Leistungen umfassen dabei selbstverständlich auch die Abwicklung aller anfallenden Formalitäten inklusive Verzollung. Wenn Sie dies wünschen, erledigen wir auch die Umrüstung und TÜV-Abnahme für Sie, so dass Sie das Auto nach der Auslieferung und Zulassung sofort nutzen können.

4.4 Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

Viele, die sich für ein US-Auto interessieren, übersehen oft die Nebenkosten und sind dann negativ überrascht, wenn sich ihr „Fahrzeug-Deal“ unter dem Strich nicht als das erwartete Schnäppchen erweist. Der konkrete Umfang der Nebenkosten hängt von einer Vielzahl an Einflussgrößen ab, so dass keine pauschale Aussage über den Betrag oder den Anteil an den Gesamtkosten möglich ist. Mit unserem Importrechner können Sie aber eine erste Abschätzung vornehmen. Wir geben Ihnen darüber hinaus gerne persönlich Auskunft, mit welchen Kosten Sie bei Ihrem Fahrzeug-Kauf kalkulieren müssen.

Nachfolgend ein kurzer Überblick über die wichtigsten Nebenkosten-Komponenten:

  1. Kosten für die Abholung am US-Standort und den Transport;
  2. Kosten der Hafenabwicklung, Verzollung und Verladung;
  3. Kosten für den Seetransport – Seefracht;
  4. Kosten der Entladung, Hafenabwicklung und Verzollung am Zielhafen;
  5. Kosten für eventuelle Reparaturen, Ausbesserungen und nötige Ersatzteile;
  6. Kosten für die technische Umrüstung, TÜV-Abnahme und Zulassung in Deutschland;
  7. Kosten für die Abholung am Zielhafen und die Beförderung zum Bestimmungsort;
  8. Kosten für die Zahlungsabwicklung des Kaufpreises.

Hier gelangen Sie zu unserem Importrechner.

4.5 Oft unterschätzt – die Zeit für den Transport

Sie brauchen etwas Geduld, bis Sie Ihr Fahrzeug tatsächlich vor der Haustür stehen haben und damit fahren können. Sie müssen bei Transporten von der US-Ostküste etwa mit sieben bis acht Wochen Zeitvorlauf rechnen, bei einem Ausgangshafen an der Westküste sind es neun bis zehn Wochen. Wer Ihnen kürzere Zeiträume verspricht, ist kein Realist. Zu berücksichtigen sind auch der Standort des Fahrzeugs in den USA, wo die Abholung erfolgen muss, und der Auslieferungsort hier.

Damit Sie sich selbst ein Bild machen können, nachfolgend ein Überblick über die einzelnen Schritte und den dafür üblicherweise notwendigen Zeitbedarf:

  1. Vertragsabschluss und Kaufpreiszahlung benötigen etwa eine Woche;
  2. die Fahrzeug-Abholung geschieht meist per Sammeltransporter. Je nach Standort und Hafen-Distanz sind für diesen Schritt zwei Tage bis zwei Wochen zu veranschlagen;
  3. die Verzollung kann erst nach der Ankunft am Hafen und der Vorlage der erforderlichen Dokumente erfolgen. Bis alle Formalitäten abgewickelt sind und die Verladung vorgenommen wird, können weitere zwei Woche ins Land gehen;
  4. oft verkehren die Schiffe im 14 Tage-Rhythmus, daher fällt durchschnittlich eine Woche Wartezeit an;
  5. für Seetransporte von der US-Ostküste (New York) ist mit etwa zwei Wochen, von der US-Westküste (Los Angeles) mit bis zu viereinhalb Wochen zu rechnen. Unwägbarkeiten entstehen durch die Wetterbedingungen;
  6. Entladung, Zoll- und Hafenabwicklung am Ankunftshafen erfordern eine weitere Woche;
  7. der Transport zum Bestimmungsort benötigt – je nach Ziel – nochmal bis zu einer Woche.