Was bedeutet der Begriff "FOB (Free on Board)"?

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FOB (für Free On Board) ist eine der gängigen Vertragsklauseln bei Außenhandelsgeschäften. Sie gehört zu den sogenannten Incoterms (International Commercial Terms), die von der Internationalen Handelskammer ICC herausgegeben worden sind. Die Incoterms-Regeln legen die Rechte und Pflichten von Käufern und Verkäufern bei internationalen Handelsgeschäften fest.

Die FOB-Klausel ist neben der CIF-Klausel (CIF = Cost, Insurance, Freight) eine der bekanntesten Klauseln. Free On Board bedeutet, dass der Verkäufer für die Ware bis zur Lieferung an Bord des vom Käufer benannten Schiffes verantwortlich ist. Der Gefahrübergang an den Käufer findet statt, sobald sich die Ware an Bord befindet. Ab diesem Zeitpunkt trägt er auch die Kosten für den Transport. In diesem Sinne gelten folgende Verantwortlichkeiten

  1. für den Verkäufer:
    • Verladung der Ware auf Transportmittel;
    • Erledigung der Exportformalitäten inkl. Zollformalitäten;
    • Transport zum Exporthafen;
    • Entladen der Ware am Exporthafen und Lieferung an Bord;
    • Übernahme der Ladegebühren am Exporthafen.
  2. für den Käufer:
    • Transport vom Exporthafen zum Importhafen;
    • Erledigung der Importformalitäten inkl. Zoll und Steuern;
    • Übernahme der Entladegebühren im Importhafen;
    • Verladen auf Transportmittel im Importhafen;
    • Transport zum Zielort;
    • Entladen am Zielort.

FOB mit Modifikationen

Wenn FOB vereinbart ist, schließt der Käufer auf seine Kosten den Transportvertrag ab. Neben den Frachtkosten trägt er auch Schiffsmaklerspesen und -provisionen sowie Stau-Kosten. Manchmal werden die FOB modifiziert. Bei „FOB, verschifft“ wird die Pflicht zum Abschluss des Transportvertrags auf den Verkäufer übertragen – unter Übernahme der Kosten durch den Käufer. Man spricht dann auch von „unechtem FOB“. Bei „FOB, verstaut“ bzw. „FOB, verstaut und getrimmt“ übernimmt der Verkäufer/Exporteur auch die Kosten der Verstauung an Bord.

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