Was bedeutet der Begriff "Total Loss-Versicherung"?

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Die Total Loss-Versicherung ist eine Transportversicherung mit eingeschränkter Deckung. Sie tritt nur bei bestimmten Schadensereignissen ein, die zum Totalverlust bzw. zur Unbrauchbarkeit des Transportgutes führen. Sie sichert daher lediglich einen Teil des Transportrisikos ab, insbesondere greift sie nicht bei Beschädigungen. Der Gegenbegriff dazu ist die All Risk-Versicherung, die alle Gefahren abdeckt. Manchmal wird die Total Loss-Versicherung auch als Strandungsfall-Versicherung bezeichnet.

Bei Schiffstransporten treten Totalverluste typischerweise beim Sinken, Kentern oder Aufgrundlaufen des Schiffes auf. Auch das Überbordspülen oder Überbordwerfen bei schlechtem Wetter ist ein häufiges Schadensereignis. Bei Flugzeugtransporten entstehen Totalverluste vor allem durch Abstürze oder Bruchlandungen. Bei Transporten mit dem LKW sind Unfälle und Fahrzeugbrände die häufigsten Ursachen.

Neben dem tatsächlichen Totalverlust gibt es den vesicherungstechnischen Begriff des ‚konstruktiven Totalverlustes‘. Er liegt vor, wenn das Transportgut zwar nicht verloren ist, der Reparatur- oder Bergungsaufwand aber den Wert der Güter übersteigen würde. Der konstruktive Totalverlust ist dem tatsächlichen Totalverlust gleichgestellt. Auch hier zahlt die Total Loss-Versicherung.

Total Loss-Versicherungen werden deswegen angeboten, weil die Haftung des Frachtführers bei Verlust des Transportgutes ebenso wie bei Beschädigungen beschränkt ist und den tatsächlich eintretenden Schaden vielfach nicht abdeckt. Die Versicherungsprämien liegen in der Regel deutlich niedriger als bei All Risk-Versicherungen, obwohl der eintretende Schaden im Versicherungsfall größer ist als bei einer reinen Beschädigung. Totalverluste treten aber nur vergleichsweise selten auf. Die Versicherungen müssen daher nicht so häufig leisten, dadurch sind die Kosten für die Versicherer insgesamt günstiger.

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