Exporte von Fahrzeugen und Waren in die USA

Wer Maschinen, Ersatzteile oder Konsumgüter aus Deutschland in die USA liefert, hat es mit zwei Zollwelten gleichzeitig zu tun: der EU-Ausfuhr über ATLAS und den Einfuhrvorschriften der US-Zollbehörde CBP. Beide Seiten müssen sauber vorbereitet sein, sonst steht der Container im Hafen oder die Palette bleibt am Gateway liegen. Als internationale Spedition kümmern wir uns um genau diese Schnittstelle: Ausfuhranmeldung, Buchung, Dokumente, dazu die Abstimmung mit dem Empfänger und seinem Customs Broker drüben.

Die deutsche Seite: Ausfuhranmeldung über ATLAS (AES)

Ab einem Warenwert von 1.000 Euro ist für die Ausfuhr aus der EU eine elektronische Ausfuhranmeldung Pflicht. In Deutschland läuft sie über das ATLAS-Verfahren im Automated Export System (AES). Nach Annahme der Anmeldung und Gestellung der Ware erhalten Sie das Ausfuhrbegleitdokument (ABD) mit der MRN — ohne die nimmt kein Carrier die Sendung an. Oberhalb bestimmter Wertgrenzen ist zusätzlich das zweistufige Verfahren mit Gestellung beim Binnenzollamt vorgesehen. Wir übernehmen die Anmeldung im Rahmen unserer Zollabfertigung und prüfen dabei auch, ob Ihre Ware exportkontrollrechtlich frei ist oder eine Genehmigung braucht.

Kurz zur Begriffsverwirrung: Das US-amerikanische Pendant, die EEI (Electronic Export Information), betrifft nur Ausfuhren aus den USA. Für Ihre Sendung von Deutschland in die USA spielt sie keine Rolle, die deutsche AES-Anmeldung dagegen ist zwingend.

Die amerikanische Seite: ISF „10+2″, HTS und Zölle

Bei Seefracht in die USA verlangt die CBP das Importer Security Filing, bekannt als ISF „10+2″. Zehn Datenelemente kommen von der Importseite (unter anderem Verkäufer, Käufer, Hersteller, HTS-Nummer, Container-Stuffing-Ort), zwei vom Reeder. Die Meldung muss spätestens 24 Stunden vor Verladung im Abgangshafen bei der CBP vorliegen. Verantwortlich ist formal der US-Importeur. In der Praxis liefern aber Sie als Versender die meisten Daten zu, und wenn eine Angabe fehlt, reißt die Frist schneller, als der Broker nachfassen kann. Verspätete oder fehlerhafte ISF-Meldungen können empfindliche Strafen auslösen; deshalb klären wir die Zuständigkeit vor jeder ersten Verschiffung schriftlich.

Jede Ware braucht außerdem eine Einreihung in den US-Zolltarif (HTS, Harmonized Tariff Schedule). Die ersten sechs Stellen entsprechen dem HS-Code Ihrer deutschen Zolltarifnummer, die US-spezifischen Stellen dahinter entscheiden über den Zollsatz. Wie hoch Zoll und Gebühren ausfallen, hängt von der HTS-Position, dem Ursprung und aktuellen handelspolitischen Maßnahmen ab; verbindlich entscheidet die CBP im Einzelfall, alle Angaben hierzu ohne Gewähr. Pauschale Zusagen wären unseriös, wir prüfen das je Produkt. Bei Luftfracht entfällt die ISF, dafür gelten die üblichen Anforderungen an Sicherheitsstatus und Dokumentation.

Dokumente und Verpackung: hier hakt es am häufigsten

Zwei Dinge sorgen am US-Hafen erfahrungsgemäß für die meisten Verzögerungen: eine schwammige Handelsrechnung und nicht konformes Verpackungsholz.

Die Handelsrechnung muss eine präzise Warenbeschreibung enthalten. Steht dort nur „spare parts” mit einer internen Artikelnummer, fragt der Customs Broker zurück, und die Sendung wartet so lange im Terminal, während Lagergeld aufläuft. Dazu gehören Wert und Währung je Position, Ursprungsland, der vereinbarte Incoterm (etwa FCA, CIF oder DAP), Stückzahlen und Gewichte sowie vollständige Angaben zu Verkäufer und Käufer. Die CBP gleicht diese Angaben mit ISF und Manifest ab; Abweichungen führen zu Rückfragen oder Beschau.

Für Holzverpackungen gilt ISPM 15: Paletten, Kisten und Stauholz müssen hitzebehandelt und mit dem IPPC-Stempel gekennzeichnet sein. Ware auf ungestempelten Paletten kann an der US-Grenze zurückgewiesen werden, auf Kosten des Versenders. Das passiert gern bei Sendungen, die kurzfristig im Lager auf eine Tauschpalette umgepackt wurden. Wer regelmäßig exportiert, sollte das mit seinem Verpacker ein für alle Mal festzurren.

Anforderung Betrifft Wann / durch wen
Ausfuhranmeldung AES (ATLAS) See- und Luftfracht Vor Gestellung; Versender bzw. SATS als Anmelder
ISF „10+2″ Nur Seefracht Spätestens 24 h vor Verladung; US-Importeur, Datenzulieferung durch Versender
HTS-Einreihung Alle Sendungen Vor Versand klären; Basis für Zollsatz in den USA
Handelsrechnung + Packliste Alle Sendungen Mit der Sendung; Angaben müssen zu ISF/Manifest passen
ISPM 15 (Holzverpackung) Alle Sendungen mit Vollholz Bei Verpackung; IPPC-Stempel zwingend

Nicht verwechseln: Export in die USA ist kein Autoimport

Diese Seite behandelt den Warenexport von Deutschland und der EU in die USA. Der umgekehrte Weg, also ein Fahrzeug aus den USA nach Deutschland holen, folgt komplett anderen Regeln (EU-Einfuhrzoll, Einfuhrumsatzsteuer, Ursprungsnachweise). Dafür haben wir eine eigene Seite zum Autoimport aus den USA und Kanada.

Häufige Fragen zum USA-Export

Wer gibt die ISF-Meldung ab: ich oder mein US-Kunde?

Formal ist der US-Importeur verantwortlich, meist meldet sein Customs Broker. Sie als Versender müssen aber die Daten rechtzeitig liefern, sonst reißt die 24-Stunden-Frist. Bei DDP-Geschäften, in denen Sie selbst als Importeur auftreten, liegt die Pflicht faktisch bei Ihnen. Wir stimmen das vor der Buchung ab.

Brauche ich eine EORI-Nummer?

Ja. Ohne EORI-Nummer nimmt der deutsche Zoll keine Ausfuhranmeldung an. Die Beantragung beim Zoll ist kostenlos; erledigen Sie das vor der ersten Sendung, nicht erst, wenn der Lkw schon geladen ist.

Kann SATS die Verzollung in den USA übernehmen?

Die Einfuhrverzollung in den USA macht ein dort zugelassener Customs Broker. Wir koordinieren die Abwicklung mit dem Broker Ihres Empfängers oder stellen den Kontakt zu einem Partner her, damit Dokumente, ISF und Zustellung ineinandergreifen.

Seefracht oder Luftfracht in die USA?

Das hängt von Gewicht, Wert und Termindruck ab. Für Stückgut und Projektladung ist Seefracht meist wirtschaftlicher, bei eiligen Ersatzteilen rechnet sich Luftfracht. Für eine erste Einschätzung können Sie unsere Seefracht-Preisberechnung nutzen.

Sie planen eine Sendung in die USA oder wollen Ihre laufenden Exporte auf festere Beine stellen? Sprechen Sie uns an, wir schauen uns Dokumente und Ablauf vor der ersten Verschiffung gemeinsam mit Ihnen an.