Zollfrei-Check: Auto aus den USA oder Kanada ohne Zoll importieren?


Sie haben ein Fahrzeug in den USA oder Kanada im Auge und fragen sich, ob Sie die 10 % Zoll wirklich zahlen müssen? Geben Sie unten die 17-stellige Fahrgestellnummer (VIN) ein. Unser Check fragt eine offizielle Fahrzeugdatenbank ab und zeigt Ihnen sofort, in welchem Land Ihr Fahrzeug gebaut wurde und ob eine zollfreie Einfuhr über die Handelsabkommen mit Kanada (CETA) oder den USA in Frage kommt. Das Ergebnis ist eine erste Orientierung ohne Gewähr. Die verbindliche Entscheidung trifft am Ende immer die Zollstelle.

Zollfrei-Check: Wo wurde Ihr Fahrzeug gebaut?

Erste Stelle der VIN: 1, 4, 5 = USA. 2 = Kanada. 3 = Mexiko. Ergebnis ohne Gewähr.

Warum Bauland und Versandweg über den Zoll entscheiden

Für importierte Pkw berechnet der Zoll normalerweise 10 % auf den Zollwert. Der Zollwert ist der Kaufpreis plus alle Kosten bis zur EU-Grenze, also US-Nebenkosten, Seefracht und Transportversicherung. Da kommt schnell einiges zusammen. Geld, das niemand freiwillig zahlt.

Genau hier setzen zwei Abkommen an. Erstens CETA, das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada: In Kanada gebaute Fahrzeuge können damit zollfrei einreisen, wenn sie direkt aus Kanada nach Europa verschifft werden und ein Ursprungsnachweis vorliegt. Zweitens das Handelsabkommen zwischen der EU und den USA: In den USA gebaute Fahrzeuge, die auf direktem Weg aus den USA nach Europa kommen, sind damit ebenfalls zollfrei. In beiden Fällen zählt das Werk, nicht der Kaufort. Und in beiden Fällen muss der Versandweg passen: Ein in Kanada gebauter Wagen gehört ab Kanada verschifft, ein US-gebauter ab einem US-Hafen.

In den USA gekauft heißt nicht in den USA gebaut

Der häufigste Fehler: Käufer schließen vom Händlerstandort auf das Herstellungsland. Dabei laufen viele klassisch amerikanische Modelle in kanadischen Werken vom Band, je nach Modell und Baujahr etwa Dodge Challenger, Chrysler Pacifica oder Lexus RX. Umgekehrt stehen bei US-Händlern auch Fahrzeuge aus japanischen, koreanischen oder europäischen Werken. Für die gibt es über die Nordamerika-Abkommen keinen Nullsatz.

Einen ersten Hinweis liefert die VIN selbst. Die erste der 17 Stellen steht für das Herstellungsland: 1, 4 oder 5 bedeutet USA, 2 bedeutet Kanada, 3 bedeutet Mexiko. Verlassen Sie sich aber nicht allein auf diese Ziffer. Unser Check oben liest aus der Fahrzeugdatenbank das hinterlegte Bauland aus, das sogenannte Plant Country.

Ohne Nachweis und richtigen Versandweg gibt es keine 0 %

Das Bauland allein überzeugt keinen Zöllner. Drei Punkte gehören auf den Tisch:

  • Der Ursprungsnachweis. Bei CETA ist das die Ursprungserklärung des Herstellers oder Exporteurs, beim EU-USA-Abkommen ein entsprechender Ursprungsnachweis. Liegt das Dokument bei der Abfertigung nicht vor, zahlen Sie die vollen 10 %. Kümmern Sie sich deshalb vor der Verschiffung darum, hinterher wird es zäh.
  • Der direkte Versandweg. Das Fahrzeug muss auf direktem Weg aus dem Ursprungsland nach Europa kommen. Kanada-Fahrzeuge ab Kanada, US-Fahrzeuge ab den USA. Wir planen die Verschiffung von Anfang an über den richtigen Hafen.
  • Die Einfuhrumsatzsteuer bleibt. Die Abkommen befreien nur vom Zoll. Die 19 % EUSt auf Zollwert, Zoll und Beförderungskosten bis zum ersten Bestimmungsort in Deutschland zahlen Sie in jedem Fall.

Übrigens: Auch mit Mexiko hat die EU ein Abkommen. In Mexiko gebaute Fahrzeuge, erkennbar an der 3 am VIN-Anfang, können mit Präferenznachweis wie der Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 ebenfalls zollfrei in die EU kommen.

Was dieser Check leistet und was nicht

Unser VIN-Check ist eine unverbindliche Orientierung, ohne Gewähr. Wir zeigen Ihnen, was die Fahrzeugdatenbank zu Ihrer Fahrgestellnummer ausgibt, mehr nicht. Der Check ersetzt keine verbindliche Zollauskunft. Ob die Zollbefreiung tatsächlich greift, entscheidet allein die Zollstelle anhand von Ursprungsnachweis und Versandweg. Planen Sie die Ersparnis deshalb erst fest ein, wenn beides steht.

Häufige Fragen

Die VIN beginnt mit 2. Ist die Zollfreiheit damit sicher?

Nein. Die 2 zeigt nur, dass das Fahrzeug in Kanada gebaut wurde. Für die 0 % brauchen Sie zusätzlich den Ursprungsnachweis und den direkten Versand aus Kanada, und die Zollstelle muss beides anerkennen. Fehlt eines davon, bleibt es bei 10 %.

Ich kaufe in den USA ein Auto, das in Kanada gebaut wurde. Was gilt?

Der Kaufort spielt für den Ursprung keine Rolle, entscheidend ist das Werk. Für die CETA-Befreiung sollte der Wagen aber direkt aus Kanada nach Europa verschifft werden. Genau das organisieren wir: Wir holen das Fahrzeug beim Händler ab und verschiffen es über einen kanadischen Hafen. Sprechen Sie uns vor dem Kauf an, dann läuft es von Anfang an richtig.

Was gilt bei Oldtimern?

Fahrzeuge über 30 Jahre, die weitgehend im Originalzustand sind, kann der Zoll als Sammlungsstück einstufen. Dann fallen 0 % Zoll und nur 7 % EUSt an, unabhängig vom Bauland. Über die Einstufung entscheidet der Zoll, nicht der Importeur.

So geht es weiter

Zeigt der Check Kanada, die USA oder Mexiko an, rechnen Sie als Nächstes durch, was die Einfuhr unterm Strich kostet. Genau dafür gibt es unseren Import-Rechner mit tagesaktuellem Dollarkurs. Und wenn es konkret wird: SATS übernimmt auf Wunsch die komplette Abwicklung, von der Verschiffung per RoRo oder Container über die Zollabwicklung bis zum Transport zu Ihnen. Fordern Sie hier Ihr Angebot an oder rufen Sie uns an: +49 (0)89 1250 30 790. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob sich der Import rechnet.