„Goldgräberstimmung“ im Iran – dem Land am Persischen Golf

Die Beilegung des Atomstreits mit dem Iran und die Aussicht auf das baldige Ende der westlichen Sanktionen haben in der deutschen Wirtschaft für Aufbruchstimmung gesorgt.


Das Land am Persischen Golf mit seinen fast 80 Millionen Einwohnern, reichen Ölvorkommen und einer in vieler Hinsicht modernisierungsbedürftigen Wirtschaft verspricht schon bald einer der interessantesten Märkte im Nahen Osten zu werden.

Ein Markt mit ungeahnten Chancen

Aufschwung im IranDer Nachholbedarf ist riesig. In den Jahren der freiwilligen oder erzwungenen Abschottung hat das Land manche Entwicklung versäumt. Vor allem bei der Verkehrsinfrastruktur, im Gesundheitswesen und im Agrarsektor sind große Investitionen erforderlich. Die Ölfördertechnik gilt überdies als marode und dringend überholungsbedürftig. Für die deutsche Wirtschaft, die traditionell über sehr gute Beziehungen zu iranischen Unternehmen verfügt, ist das eine einmalige Chance. Obwohl der Handel mit dem Iran in den Jahren des Atomstreits stark restringiert war, die Kontakte sind nie ganz abgerissen.
Daher ist die deutsche Startposition sicher nicht schlecht. Irans Bevölkerung gilt als besonders gut ausgebildet, wächst schnell und ist überdurchschnittlich jung – beste Voraussetzungen für eine rege Konsumnachfrage und damit für den Export deutscher Konsumgüter.

Dabei fängt man von einem bescheidenen Ausgangsniveau aus an. Seit 2007 sind die deutschen-iranischen Handelsbeziehungen rückläufig gewesen, erst 2014 konnte wieder eine leichte Steigerung erreicht werden. Im vorletzten Jahr exportierte Deutschland Güter für knapp 2,4 Mrd. Euro in den Iran und importierte Waren im Wert von rund 300 Mio. Euro von dort. 2015 dürften ähnliche Größenordnungen erreicht worden sein. Gemessen am gesamten deutschen Außenhandel sind das Anteile im Promillebereich. Dieses Zahlen machen deutlich, welche Potentiale hier noch bestehen. Bei den deutschen Exporten standen bisher Maschinen, Nahrungsmittel und chemische Erzeugnisse an erster Stelle. Mit der Aufhebung der Sanktionen dürften sich aber auch ganz neue Geschäftsperspektiven eröffnen.

Der Iran setzt Zeichen der Öffnung

Dennoch wird es sicher noch etwas dauern, bis der Warenaustausch mit dem Land am Persischen Golf wieder richtig in Schwung kommt. Denn die Wirtschaft des Iran hat spürbar gelitten. 2012 und 2013 erlebte die Iraner eine heftige Rezession, erst 2014 gab es wieder ein leichtes Wirtschaftswachstum. Die Inflation ist hoch, ebenso die Arbeitslosigkeit. Im sogenanntes Doing Business-Index der Weltbank, einem Indikator für die wirtschaftliche Aktivität einer Volkswirtschaft, belegt der Iran derzeit Rang 130 von 189.

Zeichen hat der Iran aber bereits gesetzt. 114 Airbus-Maschinen sollen jetzt für die staatliche Fluggesellschaft Iran Air gekauft werden, das hat der Verkehrsminister des Landes vor wenigen Tagen angekündigt. Das ist aber nur der Anfang. Insgesamt würden 400 Langstrecken- und 100 Kurzstrecken-Flugzeuge benötigt, so der Minister. Irans Präsident Ruhani befindet sich in diesen Tagen auf Werbetour durch Europa. In Italien wurden bereits Handelsverträge im Wert von 17 Mrd. Euro unterzeichnet, darunter ein Abkommen mit dem Pipeline-Hersteller Saipem. Verträge mit den französischen Autobauern Renault und Peugeot sollen folgen. Trotz guter Beziehungen – die deutsche Wirtschaft hat also keine Zeit zu verlieren, denn die Konkurrenz schläft nicht.

Sea, Air, Transport & Service – auf neue Perspektiven eingestellt

Auch Sea, Air, Transport & Service als internationale Spedition stellt sich auf die neue Zeit im Iran ein. Wir teilen die Einschätzung vieler Experten über die positiven Perspektiven der sich jetzt abzeichnenden Öffnung. Wir werden daher unser schon bestehendes Partnernetzwerk im Iran zügig weiter ausbauen, um für unsere Kunden die in Zukunft benötigten logistischen Lösungen jederzeit zu gewährleisten. Dabei werden wir die Landbrücke über die Türkei ebenso nutzen wie die Möglichkeiten von Seefracht und Luftfracht.

Sicher sind Transporte von und nach Iran noch ein Stück weit von der Normalität entfernt. Nach wie vor gelten hier einige Besonderheiten: So dürfen gelieferte Produkte keine US-Komponenten enthalten. Außerdem darf es sich nicht um sogenannte Dual Use-Güter handeln, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können. Hier können sich Kunden auf unsere fachkundige Beratung verlassen. Selbstverständlich werden wir bei unseren Lösungen auch die Krisengebiete der Region außen vor lassen. Auch bei logistischen Lösungen mit Iran-Bezug stehen wir wie gewohnt für kompetente Leistung und hohe Qualität zu vernünftigen Preisen.