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Container-Entladung – künftig mit dem Roboter?

Container-Entladung

Das Roboter-Zeitalter hält auch beim Container-Umschlag Einzug. Mit einem Forschungsprojekt mit Schwerpunkt in Bremen wird ein Gerät entwickelt, das es künftig möglich macht, Menschen von anstrengenden Arbeiten bei der Container-Entladung zu entlasten. Schon im kommenden Jahr soll ein Prototyp des Roboters zur Verfügung stehen.

Container-Entladung ist ein mühsames Geschäft. In einem 40-Fuß-Container haben bis zu 1800 Kisten und Kartons Platz. Die werden heute häufig noch „handisch“ entladen. Arbeiter an Seehäfen übernehmen diese Aufgabe, die monoton ist und den Körper belastet. Denn nicht selten geht es um ansehnliche Gewichte. Ein Karton kann bis zu 35 Kilogramm wiegen. Es wäre daher ein Segen, wenn diese Arbeit künftig von Robotern erledigt werden könnte. Außerdem könnte der Roboter-Einsatz die Effizienz des Entlade-Vorgangs nachhaltig steigern.

Vier Partner in einem Forschungsverbund vereint

Diesem Ziel hat sich jetzt ein Forschungsvorhaben verschrieben, an dem vier Partner beteiligt sind: das BIBA – Bremer Institut für Produktion und Logistik an der Universität Bremen, der Bremer Logistik-Dienstleister BLG Handelslogistik sowie der –
ebenfalls in der Hansestadt ansässige – Automatisierungs- und Robotikspezialist Schulz Systemtechnik. Mit dabei ist auch der Bildverarbeitungs-Experte Framos aus der Nähe von München. Das Projekt läuft unter dem einprägsamen Namen „IRiS“, was für „Interaktives Robotiksystem zur Entleerung von Seecontainern“ steht.

In dem Vorhaben hat jeder der beteiligten Partner spezifische Aufgaben:

  • das BIBA kümmert sich um das Kinematik- und Greifsystem des Roboters. Außerdem befasst sich das Institut mit den Modulen, die eine Interaktion mit dem Gerät und die Überwachung ermöglichen. Dass dann auch die Arbeitsplatz-Gestaltung und die „Verknüpfung“ mit dem menschlichen Mitarbeiter zu den BIBA-Aufgaben gehört, ist eine logische Konsequenz;
  • Schulz Systemtechnik entwickelt eine digitale Version des Roboters. Anhand dieses „virtuellen Zwillings“ sollen verschiedene Komponenten und Konfigurationen getestet werden, ehe sie eine reale Umsetzung finden;
  • Framos soll den Roboter in die Lage versetzen, den Containerinhalt „optisch“ zu erkennen, zu analysieren und dadurch optimal zu entladen. Dabei kommt auch „maschinelles Lernen“ über intelligente Algorithmen zum Einsatz.
  • BLG Handelslogistik unterstützt das Projekt mit seinem logistischen Know How und seiner Erfahrung.

Ein Millionen-Projekt mit Zukunft

Der „fertige“ Roboter ist mobil, soll selbstfahrend am Container unterwegs sein und bei zunehmender Entleerung auch in den Behälter hineinfahren können. Insgesamt ist das Projekt auf drei Jahre angelegt. Bis ein praxistaugliches Gerät zur Verfügung steht, wird es also wohl noch bis 2021 dauern.

Die Projektkosten sind auf 3,16 Millionen Euro veranschlagt. 2,2 Millionen Euro davon werden aus öffentlichen Fördermitteln bereitgestellt. Sie stammen vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und werden im Rahmen des Programms für Innovative Hafentechnologien (IHATEC) gewährt. Auch der TÜV Rheinland ist mit von der Partie und begleitet das Projekt. Auf das Ergebnis darf man gespannt sein. Es könnte der Einstieg in eine neue Dimension der Container-Entladung sein.