Globale Luftfracht – besonders dynamisch im Mai

Die IATA – die internationale Dachvereinigung der Luftverkehrsgesellschaften – veröffentlicht jeden Monat Daten zur Entwicklung des weltweiten Luftfrachtaufkommens. Jetzt wurden die Zahlen für den Monat Mai bekanntgegeben. Sie zeigen eine weitere Dynamisierung des Wachstums im Luftfrachtverkehr.

Gemessen in Fracht-Tonnen-Kilometern (FTK) hat das Luftfrachtaufkommen im Mai um 14 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat zugelegt. Im April hatte die monatsbezogene Wachstumsrate noch bei 9,9 Prozent gelegen. Auf Jahressicht erreichte das Wachstum im April 8,7 Prozent. Bereits das war ein stark überdurchschnittlicher Wert gewesen. Denn auf fünf Jahre betrachtet ist das Luftfrachtaufkommen um lediglich 3,8 Prozent p.a. gewachsen.

Wachstum in allen Weltregionen – am stärksten in Afrika

globales Luftfrachtaufkommen steigt weiter an
Bemerkenswert ist auch, dass die Zunahme alle Weltregionen erfasst – wenn auch mit unterschiedlicher Intensität. Am stärksten wächst die Luftfracht in Afrika – mit 28,8 Prozent im Mai – , am schwächsten in Lateinamerika – mit 5,7 Prozent mehr. Europa liegt hier mit einem Mai-Plus von 15,2 Prozent im Mittelfeld. Am stärksten verändert hat sich die Wachstumsrate in Nordamerika. Dort legte das Wachstum von 11,4 Prozent auf 19,3 Prozent zu. Am „wachstumsstabilsten“ zeigt sich Afrika mit einer Veränderung um „nur“ drei Prozent-Punkte, das allerdings auf der Basis sehr hoher positiver Veränderungsraten.

Die internationalen Frachtmengen sind im Mai im Jahresvergleich um 15,2 Prozent gestiegen. Bei den europäischen Fluglinien betrug die Zunahme 15 Prozent, die Kapazitäten stiegen um 5,7 Prozent. Transporte zwischen Europa und Asien erwiesen dabei als Wachstumstreiber. Der immer noch schwache Euro fördert die Exporte nach Fernost.

Parallel zur Entwicklung der Weltwirtschaft

Das dynamische weltweite Luftfracht-Entwicklung korrespondiert auch mit den insgesamt positiven Aussichten für die Weltwirtschaft. Nach Angaben des IWF wuchs die globale Wirtschaft im vergangenen Jahr um 3,1 Prozent. Für dieses Jahr wird mit einer leichten Beschleunigung auf 3,5 Prozent gerechnet. Dies schlägt sich auch in den weltweiten Handelsaktivitäten nieder. Im Mai erreichten die Exportbestellungen fast das Sechs-Jahres-Hoch.

Allerdings gibt es Anzeichen dafür, dass im Mai der Höhepunkt der Wachstums erreicht worden sein könnte. Für das dritte Quartal wird mit einem Plus von acht Prozent bei der Luftfracht gerechnet, was eine gewisse Abschwächung auf immer noch hohem Niveau bedeuten würde.