Was bedeutet der Begriff "Certificate of Origin"?
« Zurück zum IndexDas Certificate of Origin ist ganz allgemein der englische Ausdruck für ein Ursprungszeugnis. Es dient als Dokument im internationalen Warenverkehr und bestätigt das Ursprungs- oder Produktionsland eines Produktes. Ursprungszeugnisse werden von den Herstellern der entsprechenden Waren beantragt und in der Regel von den zuständigen Industrie- und Handelskammern in dem jeweiligen Land ausgestellt.
Für staatliche Kontrollen im internationalen Handelsverkehr
Ursprungszeugnisse werden von einigen Empfängerländern im internationalen Handelsverkehr verlangt und dienen unterschiedlichen Zwecken:
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- der Kontrolle von Warenströmen;
- der Umsetzung von Antidumping-Maßnahmen;
- der Überwachung von Beschränkungen und Kontingenten beim Import von Gütern.
Im privaten Rechtsverkehr
Darüber hinaus ist das Certificate of Origin im privatrechtlichen Geschäftsverkehr von Bedeutung. Es kann in diesem Sinne u.a. als Beleg für
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- Preis- und Qualitätskontrollen;
- für den Abschluss von Exportkredit-Versicherungen;
- im Zusammenhang mit Akkreditiven
verwendet werden.
Präferenziell oder nichtpräferenziell
Man unterscheidet zwischen präferenziellen und nichtpräferenziellen Ursprungszeugnissen. Nichtpräferenziellen Certificates of Origin werden am häufigsten ausgestellt und dokumentieren, dass die betreffende Ware nicht von einer Zollpräferenz im Rahmen eines besonderen bilateralen oder multilateralen Abkommens betroffen ist. Präferenzielle Ursprungszeugnisse bescheinigen dagegen einer Ware die Zugehörigkeit zu einem solchen Abkommen und werden vom Zoll benötigt, um die Ware entsprechend zuzuordnen.
Certificate of Origin bei US-Fahrzeugimporten
Ein spezielles Ursprungszeugnis ist das Manufacturer´s Certificate of Origin, das für noch nicht zugelassene Neufahrzeuge in den USA ausgestellt wird. Es erfüllt die gleiche Funktion wie das sogenannte Certificate of Title für bereits zugelassene und in Gebrauch befindliche Wagen. Das Manufacturer’s Certificate of Origin ist ein notwendiges Dokument bei der Verschiffung des Fahrzeugs in den USA und dem Import und der Zulassung in Deutschland.
Ursprungszeugnis: nicht-präferenzieller Ursprungsnachweis der IHK
Das Ursprungszeugnis (englisch: Certificate of Origin) bescheinigt den nicht-präferenziellen, handelspolitischen Ursprung einer Ware. In Deutschland stellt es die zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK) aus – rechtliche Grundlage ist der Unionszollkodex (UZK) der EU. Es dient als amtlicher Nachweis darüber, in welchem Land die Ware hergestellt bzw. be- oder verarbeitet wurde, begründet jedoch keinen Anspruch auf Zollvorteile im Bestimmungsland. Seit dem 15. September 2025 wird das Ursprungszeugnis bundesweit auch vollständig digital (dUZ) über die IHK-Webanwendung eUZweb ausgestellt und lässt sich mit Seriennummer und Prüfcode direkt online verifizieren. Die Gebühr je Zeugnis wird von der jeweiligen IHK festgelegt und liegt meist im Bereich von rund 10 bis 20 Euro.
Certificate of Origin vs. EUR.1 / Ursprungserklärung – präferenziell oder nicht?
Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen zwei Ursprungsarten. Das Ursprungszeugnis belegt den nicht-präferenziellen Ursprung. Präferenznachweise wie die Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 oder die Ursprungserklärung auf der Rechnung weisen dagegen den präferenziellen Ursprung im Rahmen eines Freihandelsabkommens nach und ermöglichen im Empfangsland eine zollfreie oder ermäßigte Einfuhr.
- Ursprungszeugnis (IHK): nicht-präferenziell; oft gefordert bei Export in ein Drittland, bei Akkreditiven (Letters of Credit) oder von der Zollbehörde im Bestimmungsland.
- EUR.1: präferenziell; wird bei der Ausfuhr von der Ausfuhrzollstelle ausgestellt.
- Ursprungserklärung auf der Rechnung: präferenziell; formlos bis 6.000 Euro Sendungswert, darüber nur als Ermächtigter Ausführer (EA) oder – bei neueren Abkommen – als Registrierter Ausführer (REX).
Das Ursprungszeugnis wird zusammen mit der Ausfuhranmeldung und den übrigen Exportdokumenten Teil der Sendungsbegleitpapiere. Bei komplexen Relationen übernimmt Ihr Dienstleister für internationale Spedition die korrekte Zusammenstellung und Beschaffung der jeweils geforderten Ursprungsnachweise.
Häufige Fragen
Wann brauche ich ein Ursprungszeugnis (Certificate of Origin)?
Immer dann, wenn der Käufer, ein Akkreditiv oder die Zollbehörde im Bestimmungsland – meist einem Drittland – einen amtlichen Nachweis des Warenursprungs verlangt. Häufig ist es Voraussetzung für die Einfuhrabfertigung oder die Zahlungsabwicklung.
Ist das Ursprungszeugnis dasselbe wie eine EUR.1?
Nein. Das Ursprungszeugnis belegt den nicht-präferenziellen Ursprung ohne Zollvorteil. Die EUR.1 ist ein Präferenznachweis, mit dem im Rahmen eines Freihandelsabkommens Zollermäßigungen oder Zollfreiheit geltend gemacht werden.
Wer stellt das Certificate of Origin in Deutschland aus?
Die zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK) – seit September 2025 zunehmend digital über eUZweb. Die Angaben stützen sich auf die Ausfuhranmeldung und die Handelsrechnung des Exporteurs.
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