Door to Door / Airport to Airport / Door to Airport / Airport to Door

Kaum eine internationale Sendung beginnt am Flughafen oder endet am Hafen. Sie startet an einer Laderampe beim Versender, und abgeschlossen ist sie erst, wenn der Empfänger den Ablieferbeleg quittiert hat. Diese beiden Etappen heißen im Speditionsdeutsch Vorlauf und Nachlauf. Oft entscheiden gerade sie darüber, ob die Transportkette hält, was der Hauptlauf verspricht. Abholung und Zustellung sind bei uns deshalb kein Anhängsel, sondern fester Bestandteil jeder Tür-zu-Tür-Sendung.

Vorlauf: Abholung beim Versender

Der Vorlauf ist die erste Meile: Wir holen Ihre Ware per Lkw beim Versender ab und bringen sie zum Gateway, also zum Flughafen, Seehafen oder Sammelgut-Terminal, von dem aus der Hauptlauf startet. Klingt banal. Ist es aber nicht. Ein verpasster Annahmeschluss am Luftfracht-Terminal bedeutet, dass die Sendung auf den nächsten Flug rutscht. Ein Container, der das Closing im Hafen verfehlt, wartet auf das nächste Schiff.

Darum stimmen wir vor der Abholung die Details ab: Wann ist die Ware tatsächlich packstückfertig? Gibt es an der Laderampe Einschränkungen bei Fahrzeuggröße oder Ladezeiten? Stimmen Gewichte und Maße mit der Buchung überein, und sind die Frachtpapiere vollständig? Bei Übernahmen ab Werk (EXW) oder frei Frachtführer (FCA) klären wir zusätzlich, wer verlädt und wer die Exportdokumente stellt. Für die Strecke selbst greifen wir auf unsere Lkw-Verkehre im Landverkehr zurück, vom Teilpartien-Fahrzeug bis zum Komplett-Lkw.

Nachlauf: Zustellung beim Empfänger

Am Zielort läuft dasselbe Spiel rückwärts. Nach Ankunft des Hauptlaufs übernehmen wir die Sendung am Terminal, kümmern uns gemeinsam mit unserem Team für die Zollabfertigung um die Einfuhr und stellen die Ware per Lkw beim Empfänger zu. Vorher wird avisiert: Der Empfänger erhält eine Ankündigung mit dem geplanten Zustelltermin und kann ein Zeitfenster bestätigen oder verschieben.

Gerade bei Industrie- und Handelsempfängern ist das kein Nice-to-have. Viele Wareneingänge arbeiten mit festen Zeitfenstern oder verlangen eine Rampenbuchung im Portal. Wer unangemeldet vorfährt, wird abgewiesen und zahlt die zweite Anfahrt. Solche Vorgaben klären wir vor der Tour, nicht an der Schranke. Auch die Entladung selbst gehört dazu: Hat der Empfänger keine Rampe, muss ein Fahrzeug mit Ladebordwand disponiert werden — ein Detail, das der Disponent vorab abfragt, weil es an der Adresse selbst niemand mehr korrigieren kann. Zum Abschluss dokumentiert der Ablieferbeleg (POD), wann und in welchem Zustand die Ware übergeben wurde.

Die Schnittstelle zum Hauptlauf

Vor- und Nachlauf funktionieren nur, wenn sie sauber mit dem Hauptlauf verzahnt sind. Eine Luftfrachtsendung hat andere Annahmeschlüsse und Umschlagzeiten als ein Container in der Seefracht, dazu kommen die Sicherheitsvorgaben am Flughafen. Weil bei uns Disposition und Zollabwicklung am selben Tisch sitzen, entsteht keine Lücke zwischen den Etappen: Wer den Vorlauf plant, kennt das Closing des Schiffs oder den Cut-off des Fluges und rechnet vom Abfahrtstermin rückwärts.

Etappe Was passiert Worauf es ankommt
Vorlauf Abholung per Lkw beim Versender, Transport zum Gateway Terminabstimmung, korrekte Papiere, Annahmeschluss einhalten
Umschlag Abgangs-Gateway Übergabe an Airline oder Reederei, Export-Zollabwicklung Gestellung, vollständige Dokumentation, Sicherheitsvorgaben
Hauptlauf Transport per Luft- oder Seefracht zum Ziel-Gateway Sendungsverfolgung, Statusmeldungen an alle Beteiligten
Umschlag Ziel-Gateway Entladung, Einfuhr-Zollabfertigung, Freistellung Zügige Verzollung, damit keine Lager- und Standgelder auflaufen
Nachlauf Avisierung und Zustellung per Lkw beim Empfänger Zeitfenster des Wareneingangs, Ablieferbeleg (POD)

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Maschinenbauer meldet drei Kisten für einen Luftfracht-Export an. Die Abholung legen wir so, dass die Ware rechtzeitig vor dem Cut-off am Flughafen gestellt ist, inklusive Puffer für die Sicherheitskontrolle. Verschiebt sich die Fertigstellung beim Versender um einen Tag, disponieren wir um, bevor die Buchung platzt. Genau dafür lohnt es sich, wenn erste Meile und Hauptlauf beim selben Spediteur liegen.

Häufige Fragen zu Abholung und Zustellung

Was bedeutet Vor- und Nachlauf genau?

Der Vorlauf ist der Transport vom Versender zum Abgangs-Gateway, etwa zum Flughafen oder Seehafen. Der Nachlauf ist die Strecke vom Ziel-Gateway zum Empfänger. Dazwischen liegt der Hauptlauf per Flugzeug oder Schiff. Zusammen ergibt das die durchgehende Kette von Tür zu Tür.

Können Sie feste Zeitfenster für die Zustellung vereinbaren?

Ja. Wir avisieren die Zustellung beim Empfänger und stimmen das Zeitfenster mit dessen Wareneingang ab. Auch Anmeldeportale oder eingeschränkte Annahmezeiten berücksichtigen wir bei der Tourenplanung.

Wer kümmert sich um die Verzollung vor der Zustellung?

Das übernehmen wir. Die Einfuhrabfertigung läuft, bevor der Nachlauf startet, damit die Ware am Terminal nicht liegen bleibt und keine unnötigen Lagerkosten entstehen.

Ab welchem Incoterm übernehmen Sie die Abholung?

Grundsätzlich ab Werk (EXW) oder frei Frachtführer (FCA), je nachdem, was Sie mit Ihrem Geschäftspartner vereinbart haben. Wir prüfen mit Ihnen, welche Pflichten aus dem Incoterm bei wem liegen, und übernehmen die Etappen, die auf Ihrer Seite stehen.

Sie planen eine Sendung mit Abholung ab Werk oder Zustellung bis zur Rampe? Sprechen Sie uns an, wir prüfen die Anforderungen an Vor- und Nachlauf und erstellen Ihnen ein Angebot für die durchgehende Kette.